20.02.2012
Die Zeitschrift für Geschlechterforschung
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Religion

Ausgabe 44, Februar 2012

Editorial

In dieser Ausgabe widmen wir uns dem Thema Religion, einem Thema das gleichzeitig privat und politisch ist, individuell ausgelegt, aber auch öffentlich diskutiert, verhandelt, konstruiert und besetzt wird. Diese Ausgabe gibt denn auch nur einen kleinen Einblick in die Breite des Themas. Moni Egger zeigt, wie stark das Bild der Männer als Broterwerber bereits in der Bibel vorhanden ist, Martin Lehnert skizziert die Varianz des Geschlechtsunterschieds im Buddhismus und Deniz Yüksel widmet sich der Debatte um das islamische Kopftuch. Gerade dies ein Gegenstand, an dem die Verstrickung von Privatem und Politischem bei religiösen Diskursen sichtbar wird. Habt ihr gewusst, dass es queere Relisgionswissenschaften gibt? Wir auch nicht und deshalb gibt uns Márcia Moser einen Überblick darüber, was in diesem Bereich gerade alles passiert. Eske Wollrad beschäftigt sich nicht mit aktuellen Problemzonen in religiösen Sinnsystemen, sondern stöbert in Archiven. Anhand einer Analyse von Quellen über Frauen in der Mission lassen sich alte aber nicht vergessene koloniale Sichtweisen aufdecken. Kerstin Rödiger spricht die Sprachlosigkeit angesichts der Geburt eines Menschen an. Vielleicht lassen sich in der Religion Worte dafür fi nden? Religion und Geschlecht sind beides Themenfelder in denen sich – Gott sei Dank – Grenzüberschreitungen nicht vermeiden lassen. Dies erzeugt Mischformen und Mischwesen wie Yoginis, Vampirinnen, Frauen, die dem Propheten widersprechen, eine Päpstin, Tempeldirnen und trangressive Figuren wie Jeanne D'Arc. Sehr ans Herz legen möchten wir euch den Beitrag unserer ehemaligen Mit-Redaktorin Marina Lienhard. Vor allem all jenen, die sich auch über den Mamablog nerven und trotzdem jeden neuen Eintrag lesen. Noch etwas in eigener Sache: Die ROSA steht fi - nanziell und auch sonst auf soliden Füssen, was uns aber im Moment fehlt, sind engagierte Menschen, die uns helfen. Damit die ROSA nicht ausstirbt, bitten wir alle Interessierten sich zu melden und alle anderen die Worte weiterzugeben (huch, die religiöse Sprache färbt ab). Evelyne Oechslin und Illya Kirzhner haben unsere Redaktion verlassen. Vielen Dank für eure Arbeit! Neu willkommen heissen wir dafür Karin Lohrer.

Eure ROSA-Redaktion